Synonyme: Zyste der Bauchspeicheldrüse, Pankreaszysten, zystische Pankreasläsion
Eine Pankreaszyste ist eine flüssigkeitsgefüllte Veränderung im Bereich der Bauchspeicheldrüse. Solche Zysten werden häufig zufällig bei einer MRT oder Computertomographie (CT) entdeckt, die aus einem anderen Grund durchgeführt wurde. Der Begriff beschreibt zunächst nur das Aussehen in der Bildgebung und sagt allein noch nicht aus, ob eine Veränderung harmlos, kontrollbedürftig oder behandlungsbedürftig ist.
Hinter einer Pankreaszyste können unterschiedliche Veränderungen stehen. Eine häufige Form ist die IPMN, die von den Gangstrukturen der Bauchspeicheldrüse ausgeht. Daneben gibt es unter anderem seröse und muzinöse zystische Neoplasien sowie sogenannte Pseudozysten.
Pseudozysten können beispielsweise nach einer akuten oder chronischen Pankreatitis entstehen. Deshalb ist für die Einordnung nicht nur das Aussehen der Zyste wichtig, sondern auch die medizinische Vorgeschichte.
Kleine Pankreaszysten verursachen häufig keine Beschwerden. Sie werden deshalb oft als Zufallsbefund entdeckt. Je nach Ursache und Größe können jedoch Oberbauchschmerzen, eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse oder eine Behinderung des Galleabflusses auftreten.
Beschwerden bedeuten nicht automatisch, dass eine Zyste bösartig ist. Umgekehrt können auch relevante Veränderungen lange ohne eindeutige Symptome bestehen. Entscheidend ist deshalb die genaue Einordnung des Befundes.
Für die Charakterisierung einer Pankreaszyste spielt die MRT eine wichtige Rolle. Häufig wird sie mit einer MRCP kombiniert. Dabei lassen sich die Pankreasgänge besonders gut darstellen.
Wichtig ist beispielsweise die Frage, ob eine Zyste mit dem Pankreasgang verbunden ist. Außerdem beurteilen Radiologinnen und Radiologen unter anderem:
Ein CT kann ergänzend hilfreich sein, beispielsweise zur Beurteilung von Verkalkungen oder wenn neben der Zyste weitere Strukturen und Organe untersucht werden sollen.
Nein. Viele kleine Pankreaszysten benötigen keine unmittelbare Behandlung. Je nach Art und Risikomerkmalen kann eine bildgebende Verlaufskontrolle ausreichend sein.
Bei auffälligen Merkmalen können weitere Untersuchungen notwendig werden. Dazu gehören beispielsweise eine gezielte MRT mit MRCP oder ein endoskopischer Ultraschall. Ob eine Operation sinnvoll ist, hängt von der genauen Art der Veränderung, ihrem individuellen Risiko und dem allgemeinen Gesundheitszustand ab.
Die Formulierung „Pankreaszyste“ oder „zystische Läsion des Pankreas“ ist noch keine abschließende Diagnose. Besonders wichtig ist, ob die Bildgebung eine bestimmte Zystenart wahrscheinlich macht und ob Merkmale vorliegen, die eine engere Kontrolle oder weitere Abklärung erforderlich machen.
Wie sich unterschiedliche Pankreaszysten in MRT und CT unterscheiden, welche Rolle eine IPMN spielt und welche Bildmerkmale für Verlaufskontrolle oder weitere Abklärung wichtig sind, erklären wir ausführlich in unserem Artikel Pankreaszyste im MRT oder CT: IPMN oder harmloser Zufallsbefund?.
Bei einer unklaren Pankreaszyste kann die genaue Beurteilung von MRT, MRCP oder CT entscheidend sein. Eine radiologische Zweitmeinung kann helfen, Zystentyp, Risikomerkmale und Veränderungen gegenüber Voraufnahmen unabhängig einzuordnen.
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Medizinisch geprüft von Dr. med. D. Schroth, Facharzt für Radiologie · Zuletzt aktualisiert am 8. September 2026
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