Zweitmeinung zur Bildgebung der Prostata online
Die Diagnostik des Prostatakarzinoms hat durch moderne Bildgebung enorme Fortschritte gemacht. Zwei Verfahren stehen dabei im Mittelpunkt: Die multiparametrische MRT (mpMRT) zur lokalen Beurteilung der Prostata und die PSMA-PET/CT zur hochempfindlichen Suche nach Metastasen im gesamten Körper.
Beide Verfahren sind komplex in der Auswertung. Unsere Experten prüfen Ihre Bilder nach neuesten Leitlinien, um Fehldiagnosen zu vermeiden und Therapieentscheidungen abzusichern.
Die mpMRT dient vor allem der lokalen Risikoeinschätzung in der Prostata (strukturierte Bewertung nach PI-RADS, Definition der Zielläsionen für die Biopsie). Die PSMA-PET/CT ist besonders geeignet, wenn es um Ausbreitungsdiagnostik und Rezidivsuche geht.
In der Prostata-mpMRT ist die konsistente Anwendung von PI-RADS 2.1 entscheidend. Wir prüfen, ob Zonenzuordnung, T2-Muster und DWI/ADC-Befunde die Einstufung tatsächlich tragen, wie reproduzierbar die Zuordnung ist und wie belastbar die Untersuchung für die klinische Frage „Biopsie ja/nein“ oder für eine Verlaufskontrolle im konkreten Fall ist.
Bei der PI-RADS Klassifikation handelt es sich formal um ein standardisiertes Bewertungssystem für Veränderungen der Prostata. Dennoch ist für die sichere und reproduzierbare Zuordnung einer Läsion zu einer festen PI-RADS Kategorie ein hohes Maß an Expertise notwendig. Entscheidend ist, ob der Befund eher zu benigner Veränderung passt oder ob Kriterien vorliegen, die eine gezielte Biopsie oder engmaschige Kontrolle stützen.
Wir prüfen Zonenzuordnung, T2-Muster und insbesondere die Qualität und Aussage der DWI/ADC. Ebenso berücksichtigen wir typische Störfaktoren (Artefakte, Prostatitis, Blutungsreste nach Biopsie).
Ziel ist eine nachvollziehbare PI-RADS-Einstufung und eine klare Aussage, wie belastbar die Untersuchung für die Frage „Biopsie ja/nein“ im konkreten Fall ist.
Eine zu hohe Einstufung kann unnötige Biopsien auslösen, eine zu niedrige Einstufung kann die Diagnostik verzögern.
Wenn eine mpMRT eine Läsion beschreibt, ist die präzise Lokalisation (Zone, Segment, Apex/Basis) entscheidend für eine gezielte Biopsie.
Wir prüfen die Konsistenz der Läsion über T2 und DWI/ADC, die Plausibilität der Segmentangabe und ob benigne Strukturen (z.B. gutartige BPH-Knoten) die Interpretation beeinflussen.
Eine klare Benennung der Zielläsionen, standardisierte Visualisierung für den Urologen und eine detaillierte Beschreibung helfen, Biopsien zielgerichteter zu planen.
In der PSMA-PET/CT ist eine strukturierte Läsionsklassifikation nach PSMA-RADS v2 und die sichere anatomische Zuordnung im CT zentral. Wir stellen sicher, dass PSMA-aktive Herde konsistent klassifiziert sind, schließen typische Fallstricke aus, indem wir physiologische Befunde von pathologischen Anreicherungen trennen und ordnen den Befund für Staging, Rezidivsuche oder Therapieentscheidungen ein.
Bei High-Risk-Konstellation geht es häufig um die Frage, ob neben dem Primärtumor Hinweise auf Lymphknotenbefall oder Fernmetastasen vorliegen. Das beeinflusst die Therapieplanung wesentlich.
Wir beurteilen PSMA-aktive Läsionen strukturiert nach PSMA-RADS v2 und prüfen die anatomische Zuordnung im CT. Wichtig ist die Unterscheidung zwischen wahrscheinlicher Tumormanifestation, unspezifischer Aufnahme und typischen Fallen (z.B. ganglionäre Strukturen, benigne Knochenveränderungen oder andere Ursachen erhöhter Aufnahme).
Eine konsistente Läsionsklassifikation reduziert Fehlinterpretationen und schafft eine belastbare Grundlage für Staging und Therapieentscheidung.
Falsch-positive Läsionen können zu unnötiger Eskalation führen, falsch-negative Einschätzungen können Staging und Therapieplanung verfälschen.
Wenn PSA nach Operation oder Bestrahlung wieder ansteigt, stellt sich die Frage nach der Lokalisation: Lokalrezidiv im Becken, Lymphknoten oder Fernmetastasen. Davon hängt ab, ob lokal, metastasen-gerichtet oder systemisch behandelt wird.
Wir prüfen, ob PSMA-aktive Herde nach PSMA-RADS v2 konsistent klassifiziert sind, ob die CT-Korrelation passt und ob alternative Erklärungen plausibel sind. Ebenso wichtig ist die Darstellung der Befundlast und der topografischen Verteilung.
Ziel ist eine klare, strukturierte Befundlage: Wo ist Tumor am wahrscheinlichsten, wie sicher ist die Zuordnung, und was bedeutet das für das weitere Vorgehen?
Vor einer PSMA-Radioligandentherapie ist entscheidend, ob die Tumormanifestationen ausreichend PSMA-exprimieren und ob das Muster insgesamt zur Indikation passt. Dafür ist eine strukturierte, nachvollziehbare Läsionsklassifikation wichtig.
Wir klassifizieren Läsionen nach PSMA-RADS v2, prüfen die anatomische Korrelation im CT und fassen die Befundverteilung so zusammen, dass sie für die Therapieplanung nutzbar ist. Wenn die Datenlage für eine sichere Aussage nicht genügt, benennen wir das transparent.
Ziel ist eine belastbare Entscheidungsvorlage: Welche Läsionen sind wahrscheinlich tumorbedingt, wie konsistent ist das Muster, und welche Punkte sollten vor Therapie noch geklärt werden?
Unsere Radiologen sind für die mpMRT der Prostata speziell zertifiziert durch die AG Uroradiologie der Deutschen Röntgengesellschaft (DRG) und verfügen zudem über jahrelange Erfahrung in der Beurteilung von PSMA-PET/CT Untersuchungen. Wir bewerten unabhängig, präzise und verständlich. Ergebnis in 48 Stunden.
Was kostet die Zweitmeinung zur Prostata-MRT oder PSMA-PET/CT?
Die Zweitmeinung für eine Prostata-MRT startet ab 99 €. Je nach Fragestellung (z.B. komplexe Vorbehandlungen, Vergleich mit einer Voruntersuchung gewünscht) können Zusatzoptionen sinnvoll sein. Da es sich bei einer PET/CT in der Regel um eine Ganzkörperuntersuchung handelt, müssen wir diese aufgrund des erhöhten Aufwands als zwei Körperregionen abrechnen. Details finden Sie in unserer Preisübersicht.
Welche Untersuchung wird für die Prostata-Bildgebung beurteilt?
Im Mittelpunkt steht die multiparametrische Prostata-MRT (mpMRT). Diese besteht aus: T2-Wichtung (hochauflösend), Diffusionssequenzen (DWI/ADC) und Kontrastmittelserie. Bei besonderen Fragestellungen wie Erstdiagnose eines High Risk Prostatakarzinoms, biochemischem Rezidiv oder fortschreitender Erkrankung unter Therapie ist die PSMA-PET/CT die Untersuchungsmethode der Wahl.
Wie schnell erhalte ich die Zweitmeinung?
Die Bearbeitungszeit beträgt in der Regel 48 Stunden nach vollständigem Upload der Bilddaten und Unterlagen. Voraussetzung ist eine ausreichende Bildqualität und ein vollständiges Untersuchungsprotokoll.
Welche Qualität sollte eine Prostata-mpMRT haben?
Für eine verlässliche PI-RADS-Bewertung ist ein vollständiges Protokoll wichtig: hochauflösendes T2 in mehreren Ebenen, DWI/ADC in ausreichender Qualität und in der Regel eine dynamische Kontrastmittelserie. Untersuchungen sind an 1,5T und 3T möglich.
Wofür ist eine Zweitmeinung zur mpMRT besonders hilfreich?
Typisch sind unklare PI-RADS-Einstufungen, die Frage „Biopsie ja/nein“, die Lokalisation einer verdächtigen Läsion (für gezielte Biopsie), die Abgrenzung von Prostatitis/BPH gegenüber Tumor sowie die Einordnung bei bereits bekanntem Prostatakarzinom (z.B. Active Surveillance, vor Therapieplanung).
Welche Unterlagen sollte ich zusätzlich hochladen?
Hilfreich sind der Erstbefund, aktuelle PSA-Werte (inkl. Verlauf), Angaben zu Vorbiopsien (Datum, Ergebnis), Medikamente (z.B. 5-Alpha-Reduktasehemmer, Hormontherapie), und Vorbehandlungen (Operation, Bestrahlung). Das verbessert die klinische Einordnung und die Empfehlung zum Vorgehen.
Kann man mit der mpMRT Prostatakrebs sicher ausschließen?
Bei einer unauffälligen mpMRT ist das Risiko für ein klinisch relevantes Karzinom sehr niedrig, aber nicht mit absoluter Sicherheit ausgeschlossen. Entscheidend für die Bewertung sind Bildqualität, vollständiges Sequenzprotokoll, Erfahrung der Befundung und die klinische Gesamtsituation (PSA, PSA-Dichte, Verlauf). Wir benennen transparent, wie belastbar die Aussage im konkreten Fall ist.
Was ist, wenn die Bildqualität oder Sequenzen nicht ausreichen?
Wenn eine sichere Beurteilung nicht möglich ist, sagen wir das klar und empfehlen, was fehlt (z. B. DWI/ADC in ausreichender Qualität, hochauflösendes T2, korrektes Protokoll) oder ob eine Wiederholung unter optimierten Bedingungen sinnvoll wäre. Ziel ist eine belastbare Grundlage für die nächsten Schritte.
Was ist der Unterschied zwischen mpMRT und PSMA-PET/CT?
Die mpMRT liefert hochauflösende Bilder der Prostata selbst (lokales Staging). Die PSMA-PET/CT ist eine "Ganzkörper-Suche" auf molekularer Ebene. Sie wird meist genutzt, um Metastasen zu finden (bei High-Risk Tumoren) oder ein Rezidiv zu lokalisieren, wenn der PSA-Wert nach einer OP oder Bestrahlung wieder steigt.
Welche PSMA-Tracer können beurteilt werden?
Unsere radiologischen Experten beurteilen alle gängigen PSMA-Liganden, sowohl Gallium-68 (Ga-68-PSMA) als auch Fluor-18 (F-18-PSMA). Die Befundung erfolgt strukturiert nach PSMA-RADS v2.
Was ist der PI-RADS Score?
PI-RADS (Prostate Imaging – Reporting and Data System) ist der Standard für die MRT. Der Score reicht von 1 (klinisch relevantes Prostatakarzinom praktisch ausgeschlossen) bis 5 (sehr wahrscheinlich klinisch signifikanter Krebs).
Kann ich MRT-Bilder kurz nach einer Biopsie hochladen?
Blutungen nach einer Biopsie stören die MRT-Bilder massiv. Wir empfehlen, nach einer Stanzbiopsie mindestens 6 bis 8 Wochen zu warten, bevor eine MRT durchgeführt wird. Eine PSMA-PET/CT ist davon weniger betroffen, sollte aber idealerweise auch nicht unmittelbar nach Eingriffen erfolgen.
Hilft die Zweitmeinung bei der Entscheidung zur Lutetium-Therapie?
Ja. Für die PSMA-Radioligandentherapie (mit Lu-177-PSMA) muss im PET/CT nachgewiesen werden, dass die Metastasen ausreichend PSMA speichern ("Target-Expression"). Durch transparente Angabe reproduzierbarer Scores können Therapieentscheidungen dann mit der nötigen Sicherheit getroffen werden.
Medizinisch geprüft von Dr. med. D. Schroth, Facharzt für Radiologie · Zuletzt aktualisiert: 8. Februar 2026