Synonyme: Magnetresonanz-Cholangiopankreatikographie, MR-Cholangiopankreatikographie
Die MRCP (Magnetresonanz-Cholangiopankreatikographie) ist eine spezielle Form der MRT (Magnetresonanztomographie), mit der sich das Gangsystem der Leber und Bauchspeicheldrüse besonders gut darstellen lässt. Gemeint sind vor allem die Gallenwege (die “Röhrchen”, die Galle transportieren) und der Pankreasgang (Ausführungsgang der Bauchspeicheldrüse). In vielen Fällen gelingt das ohne intravenöse Kontrastmittelgabe.
Im Fokus stehen flüssigkeitsgefüllte Strukturen:
Die MRCP nutzt besonders stark T2-gewichtete MRT-Sequenzen. Das bedeutet: Die Galle- und Pankreasgängen erscheinen dabei typischerweise besonders hell und heben sich deutlich vom umliegenden Gewebe ab.
Je nach Fragestellung werden die Gänge als dünne Schichtbilder (Einzelbilder in mehreren Ebenen) und/oder als Projektionsdarstellung gezeigt.
Die MRCP ist eine MRT-Untersuchung des Oberbauchs. Typischerweise liegt man in Rückenlage in der MRT-Röhre. Häufig sind kurze Atemanhalte-Phasen nötig, weil Atembewegungen die Bildqualität beeinflussen können. In manchen Zentren werden Sequenzen auch atemgetriggert aufgenommen: Das Gerät misst dabei die Atmung und nimmt Bilder in “ruhigeren” Momenten auf.
Die MRCP liefert wichtige Informationen bei Verdacht auf Veränderungen der Gallenwege oder des Pankreasgangs, insbesondere wenn ein nicht-invasiver Überblick gewünscht ist.
Die ERCP (endoskopisch retrograde Cholangiopankreatikographie) ist ein endoskopisches Verfahren, bei dem Kontrastmittel in die Gänge gespritzt und unter Röntgen durchleuchtet wird. Sie ist besonders dann wichtig, wenn eine Therapie notwendig ist, etwa: Steinentfernung, Stenteinlage oder Erweiterung einer Engstelle.
Die MRCP ist dagegen vor allem eine diagnostische Methode und wird häufig genutzt, um vor einer möglichen ERCP zu klären, ob dieser Eingriff überhaupt notwendig ist.
Üblicherweise wird empfohlen, vor einer MRCP nüchtern zu bleiben, damit Magen und Darm ruhiger sind und die Gallenblase besser beurteilbar ist.
Die Beurteilung der feinen Gangstrukturen von Galle und Bauchspeicheldrüse erfordert Erfahrung mit speziellen MRT-Techniken. Eine radiologische Zweitmeinung kann Sicherheit bei uneindeutigen Befunden schaffen.
Medizinisch geprüft von Dr. med. D. Schroth, Facharzt für Radiologie · Zuletzt aktualisiert am 8. Februar 2026