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Rückenschmerzen im Winter: Wann ist ein MRT sinnvoll?

Warum Rückenschmerzen im Winter häufiger auftreten und in welchen Fällen ein MRT der Wirbelsäule medizinisch sinnvoll ist.

Rückenschmerzen im Winter: Wann ist ein MRT sinnvoll?

Der erste Schnee fällt, es wird kälter und plötzlich meldet sich der Rücken. Viele Menschen berichten gerade in den Wintermonaten über zunehmende Rückenschmerzen. Studien zeigen, dass Beschwerden in der kalten Jahreszeit tatsächlich häufiger auftreten oder zumindest intensiver wahrgenommen werden (Ciaffi et al., 2021, externer Link). Besonders betroffen sind Menschen, die viel sitzen, sich weniger bewegen oder regelmäßig Kälte ausgesetzt sind.

Mit den Schmerzen kommt oft die Sorge, ob eine ernsthafte Ursache dahintersteckt. Viele Betroffene fragen sich, ob ein MRT notwendig ist oder ob Bewegung und Geduld ausreichen. Dieser Beitrag erklärt, warum Rückenschmerzen im Winter häufiger auftreten, wann ein MRT medizinisch sinnvoll ist und wann es meist keinen zusätzlichen Nutzen bringt.

Warum treten Rückenschmerzen im Winter häufiger auf?

Die Gründe für verstärkte Rückenschmerzen im Winter sind in den meisten Fällen gut erklärbar. Kälte kann dazu führen, dass sich die Muskulatur stärker anspannt und schlechter durchblutet wird. Bewegungen fühlen sich dann schneller steif oder schmerzhaft an, besonders morgens oder nach längeren Ruhephasen.

Hinzu kommt, dass viele Menschen sich im Winter weniger bewegen. Kürzere Tage, schlechtes Wetter oder das Arbeiten im Homeoffice führen dazu, dass Spaziergänge, Sport oder gezielte Dehnübungen seltener werden. Diese Kombination aus Muskelspannung und Bewegungsmangel belastet den Rücken zusätzlich.

Auch psychische Faktoren spielen eine Rolle. Müdigkeit, Stress oder eine insgesamt geringere Belastbarkeit können die Schmerzwahrnehmung verstärken. Der Schmerz fühlt sich dann intensiver an, obwohl sich strukturell nichts verändert hat.

Gut zu wissen: Rückenschmerzen, die sich im Winter verstärken, sind in den meisten Fällen harmlos und gut behandelbar.

Häufige Ursachen von Rückenschmerzen

In der Mehrzahl der Fälle liegt Rückenschmerzen keine schwere Erkrankung zugrunde. Häufig entstehen sie durch verspannte oder überlastete Muskulatur, etwa infolge von langem Sitzen, ungewohnten Belastungen oder einseitigen Bewegungen.

Auch Fehlhaltungen und Bewegungsmangel spielen eine wichtige Rolle. Ungünstig eingerichtete Arbeitsplätze oder langes Arbeiten in einer starren Position können den Rücken dauerhaft belasten. Mit zunehmendem Alter kommen zudem altersbedingte Veränderungen der Wirbelsäule hinzu, die im Alltag oft keine oder nur geringe Beschwerden verursachen.

Bandscheibenveränderungen sind ebenfalls häufig, werden aber oft überschätzt. Viele Menschen haben im MRT sichtbare Veränderungen, ohne jemals Rückenschmerzen zu verspüren. Entscheidend ist daher immer die Verbindung zwischen Befund und Beschwerden.

Seltene Ursachen wie Knochenbrüche, Infektionen oder Tumorerkrankungen kommen deutlich seltener vor, müssen aber bei bestimmten Warnzeichen ausgeschlossen werden.

Wann ist ein MRT bei Rückenschmerzen medizinisch sinnvoll?

Die Magnetresonanztomographie ist ein sehr genaues bildgebendes Verfahren. Sie arbeitet ohne Röntgenstrahlung und stellt Bandscheiben, Nerven, Rückenmark und Weichteile detailliert dar. Dennoch gilt: Ein MRT sollte nicht automatisch bei jedem Rückenschmerz durchgeführt werden.

Medizinisch sinnvoll ist ein MRT vor allem dann, wenn sogenannte Warnzeichen auftreten, die auf eine ernsthafte Ursache hinweisen können. Dazu zählen unter anderem:

Auch wenn Rückenschmerzen trotz konsequenter konservativer Behandlung über mehrere Wochen anhalten oder sich sogar verschlechtern, kann ein MRT sinnvoll sein. In diesen Fällen hilft die Bildgebung, die Ursache genauer einzugrenzen und die weitere Behandlung gezielt zu planen.

Was kann ein MRT bei Rückenschmerzen zeigen?

Ein MRT kann viele unterschiedliche Veränderungen sichtbar machen. Dazu gehören zum Beispiel Bandscheibenvorfälle oder Einengungen im Wirbelkanal, die auf Nerven drücken und Schmerzen oder Taubheitsgefühle verursachen können.

Darüber hinaus lassen sich entzündliche Veränderungen, kleinere Verletzungen oder in seltenen Fällen auch Tumoren erkennen. Gleichzeitig zeigt das MRT aber auch altersbedingte Veränderungen, die keinen Krankheitswert haben.

Deshalb ist ein Punkt besonders wichtig: Nicht jeder auffällige MRT-Befund erklärt automatisch die Beschwerden. Viele Veränderungen finden sich auch bei Menschen ohne Rückenschmerzen. Entscheidend ist die fachkundige Interpretation im Zusammenhang mit der klinischen Symptomatik.

Wann bringt ein MRT häufig keinen zusätzlichen Nutzen?

Bei akuten, unspezifischen Rückenschmerzen ohne Warnzeichen liefert ein frühes MRT in der Regel keinen therapeutischen Mehrwert. Die Bildgebung zeigt in diesen Fällen oft Veränderungen, die zwar sichtbar, aber nicht behandlungsbedürftig sind.

Ein unnötig frühes MRT kann verunsichern, weitere nicht notwendige Untersuchungen nach sich ziehen und den Fokus von bewährten Maßnahmen wie Bewegung, Training und Physiotherapie ablenken. Deshalb empfehlen medizinische Leitlinien bei unkomplizierten Rückenschmerzen zunächst Geduld und konservative Therapieansätze.

Warum die richtige Interpretation eines MRT entscheidend ist

Gerade bei der Wirbelsäule ist Erfahrung in der Befundung entscheidend. Die Bildgebung liefert viele Details, doch erst die richtige Einordnung entscheidet darüber, ob ein Befund behandlungsbedürftig ist oder nicht.

Unklare oder missverständlich formulierte Befunde können unnötige Sorgen auslösen. In solchen Situationen kann eine radiologische Zweitmeinung helfen, die Befunde verständlich zu erklären und im Zusammenhang mit den Beschwerden einzuordnen. Ziel ist Klarheit und Sicherheit für die weitere Behandlung.

Was Patientinnen und Patienten vor einer Bildgebung wissen sollten

Bei Rückenschmerzen stehen zunächst andere Maßnahmen im Vordergrund. Dazu gehören eine gründliche ärztliche Untersuchung, regelmäßige Bewegung statt Schonung und eine gezielte physiotherapeutische Behandlung. In vielen Fällen bessern sich die Beschwerden innerhalb weniger Wochen von selbst.

Die Entscheidung für oder gegen ein MRT sollte daher immer individuell und gemeinsam mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt getroffen werden.

Fazit

Rückenschmerzen treten im Winter häufiger auf, sind aber in den meisten Fällen harmlos und gut behandelbar. Ein MRT der Wirbelsäule ist ein wertvolles diagnostisches Verfahren, sollte jedoch gezielt eingesetzt werden. Entscheidend sind Warnzeichen, der Verlauf der Beschwerden und eine fachkundige Interpretation der Bilder. Mit Bewegung, konservativer Therapie und ärztlicher Begleitung lassen sich die meisten Rückenschmerzen erfolgreich behandeln.

Medizinisch geprüft von Dr. med. D. Schroth, Facharzt für Radiologie · Zuletzt aktualisiert am 16. Januar 2026

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