Synonyme: SIFK, Subchondral Insufficiency Fracture of the Knee, Insuffizienzfraktur des Knies, Subchondraler Ermüdungsbruch
Eine subchondrale Insuffizienzfraktur ist ein Knochenbruch unmittelbar unter der Gelenkfläche. Sie entsteht, wenn die mechanische Belastung die Belastbarkeit des Knochens übersteigt. Ein größeres Unfallereignis muss dabei nicht vorausgegangen sein.
Besonders häufig tritt diese Veränderung im Kniegelenk auf. Dort wird sie auch als SIFK bezeichnet, abgeleitet vom englischen Begriff Subchondral Insufficiency Fracture of the Knee.
Der Knochen unmittelbar unter dem Gelenkknorpel trägt einen großen Teil der mechanischen Belastung. Wird diese Belastung zu hoch oder ist der Knochen geschwächt, können kleine Brüche entstehen.
Zu den möglichen begünstigenden Faktoren gehören eine verminderte Knochenfestigkeit, eine veränderte Belastungsverteilung und Verletzungen des Meniskus.
Besonders bei einem Meniskuswurzelriss kann die Schutzfunktion des Meniskus erheblich beeinträchtigt sein. Dadurch steigt die Belastung des angrenzenden Gelenkknorpels und Knochens.
Ein vollständiger Meniskuswurzelriss kann die Belastungsverteilung im Knie erheblich verändern. Deshalb ist es wichtig, bei der MRT-Beurteilung auch den angrenzenden Knochen zu untersuchen. Wie Meniskuswurzelrisse erkannt und mögliche Begleitveränderungen eingeordnet werden, lesen Sie in unserem Artikel Meniskuswurzelriss im MRT: Eine diagnostische Herausforderung.
Betroffene berichten häufig über plötzlich aufgetretene oder rasch zunehmende Knieschmerzen. Diese können auch ohne erinnerliches Unfallereignis entstehen.
Typisch sind Schmerzen bei Belastung, beispielsweise beim Gehen oder Treppensteigen. Teilweise treten zusätzlich Ruheschmerzen und ein Gelenkerguss auf.
Die Magnetresonanztomographie (MRT) ist besonders geeignet, frühe Veränderungen nachzuweisen. Auf gewöhnlichen Röntgenaufnahmen kann eine beginnende Insuffizienzfraktur noch unsichtbar sein.
Typische MRT-Befunde sind eine signalgeminderte Linie unmittelbar unter der Gelenkfläche und ein umgebendes Knochenmarködem. Die genaue Ausdehnung und die Beschaffenheit der Gelenkfläche sind für die weitere Beurteilung wichtig.
Ein Knochenmarködem beschreibt eine veränderte Signalintensität des Knochenmarks im MRT. Es kann unter anderem durch Überlastung, Verletzungen oder Entzündungen entstehen.
Eine subchondrale Insuffizienzfraktur ist dagegen eine strukturelle Schädigung des Knochens. Sie geht häufig mit einem ausgeprägten Knochenmarködem einher.
Nicht jedes Knochenmarködem bedeutet deshalb, dass eine Insuffizienzfraktur vorliegt. Für die Unterscheidung müssen die MRT-Aufnahmen sorgfältig beurteilt werden.
Früh erkannte Insuffizienzfrakturen können unter geeigneter Behandlung ausheilen. Dabei kann eine vorübergehende Entlastung des betroffenen Gelenks erforderlich sein.
Bei ungünstigem Verlauf kann die Gelenkfläche einbrechen. Dadurch können erhebliche Knorpelschäden und eine fortschreitende Kniearthrose entstehen.
Die Behandlung hängt unter anderem von der Ausdehnung der Fraktur, dem Zustand der Gelenkfläche und möglichen Meniskusverletzungen ab.
Eine spezialisierte Zweitbeurteilung kann hilfreich sein, wenn ein ausgeprägtes Knochenmarködem vorliegt und unklar ist, ob zusätzlich eine Insuffizienzfraktur besteht.
Auch bei gleichzeitigem Meniskuswurzelriss kann die genaue Beurteilung des Knochens für die orthopädische Behandlungsplanung wichtig sein.
In Ihrem Knie-MRT wurde ein Knochenmarködem oder der Verdacht auf eine Insuffizienzfraktur festgestellt? Unsere spezialisierten Radiologen beurteilen Ihre MRT-Aufnahmen und ordnen mögliche Begleitverletzungen ein.
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Medizinisch geprüft von Dr. med. D. Schroth, Facharzt für Radiologie · Zuletzt aktualisiert am 27. September 2026
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