Synonyme: Biopsie der Prostata, Prostata-Biopsie, Fusionsbiopsie, MRT-Ultraschall-Fusionsbiopsie
Eine Prostatabiopsie ist eine Gewebeprobe aus der Prostata. Sie wird durchgeführt, wenn der Verdacht auf ein Prostatakarzinom besteht. Erst durch die Untersuchung des Gewebes unter dem Mikroskop kann sicher festgestellt werden, ob Krebszellen vorhanden sind.
Ein auffälliger PSA-Wert oder ein verdächtiger Befund in der MRT reicht allein nicht aus, um Prostatakrebs sicher zu diagnostizieren. Die Bildgebung kann den Verdacht einordnen und verdächtige Areale sichtbar machen. Die Biopsie klärt, was sich im Gewebe tatsächlich dahinter verbirgt.
Eine Biopsie kann sinnvoll sein, wenn mehrere Hinweise zusammenkommen. Dazu gehören zum Beispiel ein erhöhter oder ansteigender PSA-Wert, eine erhöhte PSA-Dichte, ein auffälliger Tastbefund oder ein verdächtiger MRT-Befund.
Besonders bei PI-RADS 4 oder PI-RADS 5 wird häufig eine gezielte Biopsie empfohlen. Bei PI-RADS 3 hängt die Entscheidung stärker vom individuellen Risiko ab. Eine niedrige PSA-Dichte und ein stabiler Verlauf können eher für Kontrolle sprechen. Eine erhöhte PSA-Dichte oder weitere Risikofaktoren können eher für eine Biopsie sprechen.
Bei einer gezielten Biopsie wird die im MRT sichtbare Auffälligkeit bewusst angesteuert. Häufig geschieht das als MRT-Ultraschall-Fusionsbiopsie. Dabei werden die MRT-Bilder mit dem Ultraschallbild während der Untersuchung zusammengeführt.
Der Vorteil ist, dass von verdächtigen Arealen gezielt Gewebeproben gewonnen werden können. Zusätzlich werden in der Regel weitere Gewebeproben aus anderen Bereichen der Prostata entnommen, um ein möglichst vollständiges Bild zu erhalten.
Der Biopsiebefund beschreibt, ob Krebszellen gefunden wurden. Wenn ein Prostatakarzinom nachgewiesen wird, werden weitere Merkmale angegeben. Dazu gehören unter anderem der Gleason-Score und die ISUP-Gruppe.
Diese Angaben helfen einzuschätzen, wie aggressiv der Tumor wirkt und welche Behandlungsmöglichkeiten infrage kommen. Die Entscheidung über die Therapie wird aber nicht allein anhand der Biopsie getroffen. Auch PSA-Wert, MRT-Befund, Ausdehnung, Alter, Begleiterkrankungen und persönliche Wünsche spielen eine Rolle.
Vor einer geplanten Prostatabiopsie kann eine Zweitmeinung zum MRT sinnvoll sein, besonders bei PI-RADS 3, widersprüchlichen Befunden oder unklarer Zielregion. Eine spezialisierte radiologische Einschätzung kann helfen, die Bildgebung und die Dringlichkeit besser zu verstehen und die Biopsie optimal vorzubereiten.
Medizinisch geprüft von Dr. med. D. Schroth, Facharzt für Radiologie · Zuletzt aktualisiert am 2. Mai 2026