Gleason-Score und ISUP-Gruppe


Synonyme: Gleason, Gleason-Score, ISUP, ISUP-Graduierung, Grade Group, Grading Prostatakarzinom


Der Gleason-Score und die ISUP-Gruppe beschreiben, wie aggressiv ein Prostatakarzinom im Gewebe aussieht. Sie werden nicht im MRT bestimmt, sondern durch die feingewebliche Untersuchung nach einer Prostatabiopsie oder Operation.

Für Patienten sind diese Begriffe wichtig, weil sie einen großen Einfluss auf die weitere Behandlung haben. Ein niedriger Gleason-Score beziehungsweise eine niedrige ISUP-Gruppe spricht eher für einen langsam wachsenden Tumor. Höhere Werte sprechen eher für einen Tumor, der aktiver behandelt oder enger überwacht werden muss.

Was bedeutet der Gleason-Score?

Beim Gleason-Score beurteilt die Pathologie, wie stark sich die Krebszellen vom normalen Prostatagewebe unterscheiden. Dabei werden die häufigsten Wachstumsmuster bewertet und zu einem Score zusammengefasst.

Im Befund wird in der Regel sowohl der häufigste (erste Zahl) als auch der aggressivste Gewebetyp (zweite Zahl) angegeben, deren Summe dann den Gleason Score ergeben. Es finden sich Angaben wie Gleason 3+3, Gleason 3+4 oder Gleason 4+3. Die Reihenfolge ist wichtig. Gleason 3+4 und Gleason 4+3 ergeben zwar beide die Summe 7, bedeuten aber nicht dasselbe. Wenn das Muster 4 überwiegt, ist der Tumor meist ungünstiger einzuschätzen.

Was ist die ISUP-Gruppe?

Die ISUP-Gruppe wird auch Grade Group genannt. Sie fasst die Gleason-Bewertung in fünf Gruppen zusammen. Dadurch soll die Einschätzung verständlicher werden.

ISUP-Gruppe Typische Gleason-Angabe Bedeutung
ISUP 1 Gleason 3+3 Niedrige Aggressivität
ISUP 2 Gleason 3+4 Eher günstigere Zwischenstufe
ISUP 3 Gleason 4+3 Ungünstigere Zwischenstufe
ISUP 4 Gleason 8 Höhere Aggressivität
ISUP 5 Gleason 9 bis 10 Sehr hohe Aggressivität

Wie hängen PI-RADS und Gleason zusammen?

PI-RADS ist eine Einschätzung im Prostata-MRT. Gleason-Score und ISUP-Gruppe stammen dagegen aus der Gewebeuntersuchung. Beide Informationen beantworten also unterschiedliche Fragen.

PI-RADS beschreibt, wie verdächtig eine Auffälligkeit im MRT ist. Gleason und ISUP beschreiben, wie aggressiv ein nachgewiesener Tumor im Gewebe wirkt. Für die weitere Therapieplanung werden beide Ebenen zusammen betrachtet.

Was bedeutet das für die Behandlung?

Die ISUP-Gruppe ist ein wichtiger Baustein bei der Risikoeinschätzung. Sie wird gemeinsam mit PSA-Wert, Tumorausdehnung, MRT-Befund und weiteren Faktoren bewertet. Daraus ergibt sich, ob eher eine aktive Überwachung, eine Operation, eine Strahlentherapie oder eine andere Behandlung infrage kommt.

Ein einzelner Wert sollte deshalb nie isoliert betrachtet werden. Entscheidend ist das Gesamtbild aus Gewebe, Bildgebung, Laborwerten und persönlicher Situation.

Nach einer Biopsie tauchen oft viele neue Begriffe auf: Gleason-Score, ISUP-Gruppe, PI-RADS, PSA-Dichte und Staging. Eine radiologische Zweitmeinung kann helfen, den MRT-Befund als Teil dieses Gesamtbildes besser zu verstehen.

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Medizinisch geprüft von Dr. med. D. Schroth, Facharzt für Radiologie · Zuletzt aktualisiert am 2. Mai 2026

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