Synonyme: Diffusionsrestriktion, eingeschränkte Diffusion, DWI-Auffälligkeit
Eine Diffusionsstörung im MRT beschreibt einen Gewebebereich, in dem sich Wassermoleküle weniger frei bewegen als erwartet. Radiologisch wird dies häufig auch als Diffusionsrestriktion oder eingeschränkte Diffusion bezeichnet. Der Befund kann wichtige Hinweise geben, ist aber nicht für sich allein eine endgültige Diagnose.
Die Diffusion wird mit speziellen Sequenzen der Magnetresonanztomographie (MRT) dargestellt. Besonders wichtig sind die diffusionsgewichteten Aufnahmen, kurz DWI, und die daraus berechnete ADC-Karte.
Eine echte Diffusionsrestriktion zeigt sich typischerweise als auffälliges Signal in der DWI und als erniedrigter Wert in der ADC-Karte. Beide Bildinformationen werden gemeinsam beurteilt, weil eine helle DWI allein auch andere Ursachen haben kann.
Im Gehirn ist eine neu aufgetretene Diffusionsstörung besonders wichtig, weil sie bei einem akuten Hirninfarkt auftreten kann. Ein Hirninfarkt ist eine Form des Schlaganfalls.
Eingeschränkte Diffusion kann jedoch auch bei anderen Veränderungen vorkommen, beispielsweise bei Abszessen, bestimmten Tumoren, einer Enzephalitis, nach epileptischen Anfällen oder in stark zellreichem Gewebe. Die Bedeutung hängt deshalb von der Lage, dem zeitlichen Verlauf und den übrigen MRT-Sequenzen ab.
Bei einer MRT des Kopfes ist die Aussage „keine Diffusionsstörung“ meist entlastend, weil kein typisches Zeichen eines frischen größeren Hirninfarkts erkannt wurde. Sie schließt jedoch nicht jede Form eines Schlaganfalls oder jede andere Ursache neurologischer Beschwerden mit absoluter Sicherheit aus. Sehr kleine, sehr frühe oder ungünstig gelegene Veränderungen können schwieriger erkennbar sein.
Treten plötzlich Lähmungen, Sprachstörungen, Gefühlsstörungen, Sehstörungen, starke Gleichgewichtsstörungen oder ein ungewohnt heftiger Kopfschmerz auf, sollte sofort medizinische Hilfe gerufen werden. Bei Verdacht auf einen Schlaganfall darf die Abklärung nicht durch das Abwarten eines schriftlichen MRT-Befunds verzögert werden.
Radiologinnen und Radiologen vergleichen die Diffusionsbilder mit weiteren Sequenzen und berücksichtigen die Beschwerden sowie deren Beginn. Je nach Befund können zusätzliche Gefäßaufnahmen, eine CT-Angiographie, eine MR-Angiographie oder Kontrolluntersuchungen erforderlich sein.
Die Einordnung einer Diffusionsstörung hängt stark vom genauen Muster, den übrigen MRT-Sequenzen und dem zeitlichen Verlauf ab. Bei unklaren oder widersprüchlichen Befunden kann eine erneute fachradiologische Beurteilung der Originalbilder zusätzliche Klarheit schaffen.
Medizinisch geprüft von Dr. med. D. Schroth, Facharzt für Radiologie · Zuletzt aktualisiert am 31. Juli 2026