Synonyme: Hirnentzündung, Enzephalomyelitis (je nach Ausdehnung)
Enzephalitis ist eine Entzündung des Gehirns. Ursachen können Infektionen (z. B. Viren) oder autoimmune Prozesse sein. Die Symptome reichen von Kopfschmerz und Fieber bis zu Bewusstseinsstörung, Krampfanfällen oder fokalen Ausfällen.
Bei klinischem Verdacht wird häufig eine MRT des Gehirns durchgeführt, da sie entzündliche Veränderungen besonders sensitiv erfassen kann. Ein CT kann initial zur schnellen Einschätzung dienen, ersetzt das MRT aber meist nicht.
Radiologisch werden Verteilungsmuster, Signalverhalten (T2/FLAIR, DWI/ADC) und ggf. Kontrastmittelaufnahme beurteilt. Das Muster kann Hinweise auf Ursache und Differenzialdiagnosen geben, ist aber nicht allein beweisend. Häufig erfolgt parallel eine Laboruntersuchung des Blutes oder Nervenwassers.
Der Befund wird immer im klinischen Kontext bewertet (Symptome, Labor, Liquor). Bildgebung hilft, entzündliche Veränderungen von Tumor, Durchblutungsstörung oder anderen Ursachen abzugrenzen und Verlaufskontrollen zu steuern.
Bei der Meningitis steht eine Entzündung der Hirnhäute im Vordergrund, bei der Enzephalitis eine Entzündung des Gehirns selbst. Mischbilder (Meningoenzephalitis) sind möglich. Bildgebung hilft vor allem dabei, Muster einzuordnen und Komplikationen zuverlässig zu erkennen.
Die Abgrenzung zu Tumoren oder atypischen Infarkten kann schwierig sein. Eine Zweitbeurteilung kann helfen, das Bildmuster konsistent einzuordnen und konkrete Empfehlungen für Sequenzen, Verlauf und Differenzialdiagnosen zu formulieren.
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Medizinisch geprüft von Dr. med. D. Schroth, Facharzt für Radiologie · Zuletzt aktualisiert am 10. Februar 2026