Synonyme: Hirninfarkt, Ischämischer Schlaganfall, Apoplex
Schlaganfall bezeichnet eine plötzlich auftretende Störung der Gehirnfunktion durch eine Durchblutungsstörung (ischämisch) oder eine Blutung (hämorrhagisch). Für die Behandlung ist entscheidend, zwischen dien Ursachen schnell zu unterscheiden.
Bei akuten neurologischen Ausfällen (z. B. Sprachstörung, Lähmung, Sehstörung) erfolgt in der Regel umgehend eine CT oder MRT. Ziel ist, eine Blutung auszuschließen, das Ausmaß einer Ischämie zu erfassen und ggf. Gefäßverschlüsse zu erkennen.
In der Akutphase zeigt das CT vor allem, ob eine Blutung vorliegt und ob frühe Infarktzeichen sichtbar sind. Das MRT ist besonders empfindlich für frische Ischämien, insbesondere mit DWI/ADC. Ergänzend können CTA/MRA Gefäßverschlüsse oder relevante Stenosen darstellen.
Der Bildbefund beeinflusst unmittelbar das Vorgehen, etwa die Frage nach Thrombolyse, Thrombektomie oder konservativer Therapie. Auch die Einordnung älterer Infarkte, Mikroangiopathie und Nebenbefunde ist häufig Teil der neuroradiologischen Gesamtbewertung.
Gerade bei subtilen Befunden, ungewöhnlichen Mustern oder bei der Abgrenzung „neu vs. alt“ kann eine strukturierte Zweitbeurteilung helfen, die Aussagekraft zu erhöhen und Empfehlungen für Verlauf oder ergänzende Sequenzen nachvollziehbar zu begründen. Klar ist jedoch auch: in der Akutphase eines Schlaganfalls ist die Zeit bis zur Therapie entscheidend, eine Zweitmeinung hat deshalb vor allem bei längeren, unklaren Verläufen und Symptomen ihren Platz.
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Medizinisch geprüft von Dr. med. D. Schroth, Facharzt für Radiologie · Zuletzt aktualisiert am 10. Februar 2026