Synonyme: Migränekopfschmerz, Migräne mit Aura, Migräne ohne Aura
Migräne ist eine neurologische Erkrankung, bei der wiederkehrende Kopfschmerzattacken auftreten. Typisch sind mittelstarke bis starke, häufig einseitige und pulsierende Kopfschmerzen, die sich bei körperlicher Aktivität verstärken können. Häufig kommen Übelkeit sowie Licht- und Geräuschempfindlichkeit hinzu.
Migräne gehört zu den sogenannten primären Kopfschmerzerkrankungen. Das bedeutet, dass die Kopfschmerzen selbst die Erkrankung darstellen und nicht durch eine andere strukturelle Erkrankung des Gehirns verursacht werden.
Eine unbehandelte Migräneattacke dauert bei Erwachsenen typischerweise zwischen 4 und 72 Stunden. Häufige Beschwerden sind:
Nicht alle Betroffenen zeigen sämtliche Symptome. Migräne kann auch ohne einseitige oder pulsierende Kopfschmerzen auftreten.
Manche Menschen erleben vor oder während einer Migräneattacke vorübergehende neurologische Symptome. Diese werden als Migräneaura bezeichnet.
Typisch sind beispielsweise flimmernde Lichtmuster, Gesichtsfeldausfälle oder Kribbelgefühle. Eine Aura entwickelt sich meist allmählich und klingt üblicherweise innerhalb einer Stunde wieder ab. Bei erstmaligen, ungewöhnlichen oder plötzlich einsetzenden neurologischen Ausfällen muss insbesondere ein Schlaganfall unverzüglich ausgeschlossen werden.
Bei Migräne ist die Magnetresonanztomographie (MRT) des Gehirns in der Regel unauffällig. Migräne verursacht normalerweise keine charakteristischen strukturellen Veränderungen, anhand derer sich die Erkrankung sicher diagnostizieren ließe.
Gelegentlich finden sich kleine, unspezifische Marklagerläsionen im Gehirn. Solche Veränderungen können auch bei Menschen mit Migräne auftreten, sind jedoch kein Beweis für diese Diagnose.
Ein unauffälliges Kopf-MRT schließt Migräne deshalb nicht aus. Ebenso wenig bedeutet es, dass die Kopfschmerzen keine medizinische Ursache haben.
Bei typischen Migräneattacken und unauffälliger neurologischer Untersuchung ist eine bildgebende Untersuchung häufig nicht erforderlich. Eine MRT-Untersuchung kann jedoch angezeigt sein, wenn neue Warnzeichen auftreten, sich das Beschwerdemuster wesentlich verändert oder der Verdacht auf eine andere neurologische Erkrankung besteht.
Lesen Sie dazu unseren Artikel Kopf-MRT unauffällig trotz Kopfschmerzen: Kann es Migräne sein?
Die Diagnose wird anhand der Krankengeschichte, des typischen Beschwerdeverlaufs und der neurologischen Untersuchung gestellt. Ein Kopfschmerztagebuch kann dabei helfen, die Häufigkeit, Dauer und Begleitsymptome der Attacken zu erfassen.
Die Behandlung umfasst je nach Beschwerden Medikamente zur Akutbehandlung, gegebenenfalls eine vorbeugende Therapie sowie unterstützende Maßnahmen. Die Behandlung wird individuell mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt abgestimmt.
Ihr Kopf-MRT ist unauffällig, aber Sie haben weiterhin Kopfschmerzen?
Eine radiologische Zweitmeinung kann klären, ob die vorhandenen MRT-Aufnahmen die ursprüngliche Fragestellung ausreichend beantworten und ob mögliche strukturelle Veränderungen vollständig beurteilt wurden.
Medizinisch geprüft von Dr. med. D. Schroth, Facharzt für Radiologie · Zuletzt aktualisiert am 25. September 2026
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