Synonyme: Labrumriss, Labrumriss der Schulter, Labrumverletzung, Glenoidlabrum-Läsion, Labrumschaden
Eine Labrumläsion der Schulter ist eine Verletzung oder krankhafte Veränderung der Gelenklippe des Schultergelenks, des sogenannten Labrum glenoidale. Das Labrum besteht aus Faserknorpel und verläuft ringförmig am Rand der Schultergelenkpfanne.
Es vergrößert die Kontaktfläche zwischen Oberarmkopf und Gelenkpfanne und ist gemeinsam mit Gelenkkapsel, Bändern und Muskulatur an der Stabilisierung der Schulter beteiligt.
Entscheidend ist zunächst, welcher Abschnitt des Labrums betroffen ist. Verschiedene Verletzungsmuster haben unterschiedliche Ursachen und Bedeutungen.
Besonders Veränderungen des oberen Labrums können im MRT schwierig einzuordnen sein, da anatomische Varianten und degenerative Veränderungen einem Einriss ähneln können. Am Beispiel der SLAP-Läsion erklären wir diese Abgrenzung ausführlicher im Beitrag SLAP-Läsion im Schulter-MRT: Was der Befund am Bizepsanker bedeutet.
Labrumverletzungen können durch ein akutes Trauma entstehen, beispielsweise bei einer ausgekugelten Schulter, einem Sturz oder einer kräftigen Zug- oder Rotationsbewegung. Auch wiederholte Überkopfbelastungen können bestimmte Labrumabschnitte beanspruchen.
Daneben kommen degenerative Veränderungen vor. Besonders mit zunehmendem Alter sind Auffälligkeiten am Labrum nicht automatisch die Ursache vorhandener Schulterschmerzen.
Mögliche Beschwerden sind tiefer Gelenkschmerz, Schmerzen bei bestimmten Armbewegungen, Klicken oder Schnappen sowie ein Gefühl der Instabilität. Die Beschwerden sind allerdings nicht spezifisch.
Sehnenverletzungen wie ein Rotatorenmanschettenriss, Veränderungen der langen Bizepssehne oder andere Erkrankungen der Schulter können ähnliche Symptome verursachen.
Bei Verdacht auf eine Labrumverletzung spielt die MRT der Schulter eine wichtige Rolle. Dabei werden Lage, Verlauf und Ausdehnung einer möglichen Läsion sowie Begleitveränderungen beurteilt.
In ausgewählten Situationen kann eine MR-Arthrographie zusätzliche Informationen liefern. Durch die Füllung des Gelenkraums mit verdünntem Kontrastmittel können feine Defekte zwischen Labrum und Gelenkpfanne besser abgrenzbar werden.
Nicht jede auffällige Stelle des Labrums ist behandlungsbedürftig. Normale anatomische Varianten und altersbedingte Veränderungen können einem Einriss ähneln. Umgekehrt können kleine, aber ungünstig gelegene Verletzungen bei passenden Beschwerden klinisch relevant sein.
Entscheidend ist deshalb, ob der Bildbefund mit den Beschwerden, dem Verletzungsmechanismus und der körperlichen Untersuchung zusammenpasst.
Bei Labrumverletzungen der Schulter kann die Abgrenzung zwischen relevanter Läsion, anatomischer Variante und altersbedingter Veränderung schwierig sein. Eine unabhängige erneute Beurteilung der vorhandenen MRT-Aufnahmen kann helfen, den Befund präziser einzuordnen.
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Medizinisch geprüft von Dr. med. D. Schroth, Facharzt für Radiologie · Zuletzt aktualisiert am 14. September 2026
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