Synonyme: Bankart-Verletzung, Bankart-Läsion der Schulter, anteriore Labrumläsion, anteroinferiorer Labrumriss
Eine Bankart-Läsion ist eine typische Verletzung der Gelenklippe der Schulter. Betroffen ist vor allem der vordere untere Abschnitt des sogenannten Labrum glenoidale.
Die Verletzung entsteht häufig, wenn der Oberarmkopf bei einer vorderen Schulterluxation aus der Gelenkpfanne springt. Dabei kann sich das Labrum vom Rand der Gelenkpfanne ablösen.
Das Labrum trägt gemeinsam mit Gelenkkapsel und Bändern zur Stabilität der Schulter bei. Wird der vordere untere Anteil verletzt oder abgelöst, kann diese stabilisierende Funktion beeinträchtigt sein.
Eine Bankart-Läsion gehört damit zu den Labrumläsionen der Schulter. Sie unterscheidet sich von einer SLAP-Läsion, die den oberen Anteil des Labrums im Bereich des Bizepsankers betrifft.
Typischer Auslöser ist eine traumatische vordere Schulterluxation. Sie kann beispielsweise bei einem Sturz, Kontaktsport oder einer ungünstigen Kombination aus Abspreizung und Außendrehung des Arms auftreten.
Nach einer ersten Luxation kann eine Verletzung der stabilisierenden Strukturen dazu beitragen, dass die Schulter erneut ausrenkt oder sich instabil anfühlt.
Nach einer akuten Schulterluxation stehen meist starke Schmerzen und Bewegungseinschränkungen im Vordergrund. Später können ein Unsicherheitsgefühl bei bestimmten Armpositionen, wiederholtes Auskugeln oder eine verminderte Belastbarkeit auftreten.
Nach einer Schulterluxation werden häufig zunächst Röntgenaufnahmen angefertigt, um die Gelenkstellung und mögliche knöcherne Verletzungen zu beurteilen.
Für die Beurteilung von Labrum, Gelenkkapsel und weiteren Weichteilen spielt die MRT eine wichtige Rolle. Je nach Fragestellung kann auch eine MR-Arthrographie eingesetzt werden.
Manchmal ist nicht nur das Labrum betroffen. Wird zusätzlich ein Knochenfragment vom vorderen unteren Rand der Gelenkpfanne abgelöst, spricht man von einer knöchernen Bankart-Läsion.
Das Ausmaß eines knöchernen Defekts kann für die weitere Behandlung und insbesondere bei wiederholten Luxationen wichtig sein.
Die Behandlung richtet sich nicht allein danach, ob im MRT eine Bankart-Läsion sichtbar ist. Entscheidend sind unter anderem Alter, Aktivitätsniveau, Anzahl bisheriger Luxationen, klinische Instabilität und mögliche zusätzliche Verletzungen.
Bei wiederholten Luxationen oder ausgeprägter Instabilität kann eine operative Stabilisierung erwogen werden. Die individuelle Therapieentscheidung erfolgt durch die behandelnden orthopädischen beziehungsweise unfallchirurgischen Fachärzte.
Nach einer Sportverletzung oder Schulterluxation können kleine Labrumverletzungen und relevante Begleitbefunde entscheidend für die weitere Behandlung sein. Eine unabhängige Beurteilung der vorhandenen MRT- oder CT-Aufnahmen kann helfen, Ausmaß und Bedeutung der Verletzung genauer einzuordnen.
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Medizinisch geprüft von Dr. med. D. Schroth, Facharzt für Radiologie · Zuletzt aktualisiert am 14. September 2026
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