Synonyme: Syndesmosenverletzung, Syndesmosenriss, High Ankle Sprain
Eine Syndesmoseverletzung betrifft die Bandverbindungen zwischen Schienbein und Wadenbein unmittelbar oberhalb des Sprunggelenks. Diese Bänder stabilisieren die sogenannte Sprunggelenksgabel und sorgen dafür, dass Schienbein und Wadenbein bei Belastung in ihrer vorgesehenen Position bleiben.
Im Englischen wird die Verletzung häufig als High Ankle Sprain bezeichnet. Sie unterscheidet sich von einer typischen Außenbandverletzung des Sprunggelenks und kann insbesondere nach Rotationsverletzungen auftreten.
Häufig entsteht die Verletzung, wenn der Fuß auf dem Boden fixiert bleibt und sich der Körper oder Unterschenkel darüber dreht. Solche Verletzungen kommen beispielsweise beim Fußball, Skifahren oder anderen Sportarten mit schnellen Richtungswechseln vor.
Typische Beschwerden sind Schmerzen an der Vorder- oder Außenseite des Sprunggelenks, meist etwas oberhalb des Außenknöchels. Auch Belastung, Abrollen oder eine Drehung des Fußes nach außen können schmerzhaft sein.
Die Magnetresonanztomographie (MRT) kann die einzelnen Bestandteile der Syndesmose direkt darstellen. Dabei wird unter anderem beurteilt, ob ein Band lediglich überdehnt, teilweise eingerissen oder vollständig gerissen ist.
Zusätzlich suchen Radiologinnen und Radiologen nach Begleitverletzungen an Knochen, Knorpel, Sehnen und anderen Bändern. Auch ein Knochenmarködem kann nach einer Verletzung sichtbar sein.
Nein. Ein im MRT sichtbarer Teilriss oder selbst die vollständige Ruptur eines einzelnen Syndesmosenbandes bedeutet nicht automatisch, dass das Sprunggelenk mechanisch instabil ist.
Entscheidend ist, ob sich Schienbein und Wadenbein unter Belastung unzulässig gegeneinander bewegen. Deshalb müssen MRT-Befund, Unfallmechanismus, körperliche Untersuchung und gegebenenfalls zusätzliche dynamische Untersuchungen gemeinsam bewertet werden.
Stabile Verletzungen können häufig ohne Operation behandelt werden. Je nach Verletzungsgrad kommen Schonung, vorübergehende Stabilisierung und eine schrittweise physiotherapeutische Rehabilitation infrage.
Bei einer nachgewiesenen Instabilität kann dagegen eine operative Stabilisierung notwendig werden. Deshalb ist die korrekte Einordnung der Stabilität wichtiger als die bloße Bezeichnung als Zerrung, Teilriss oder Ruptur.
Bei einer Syndesmoseverletzung kann entscheidend sein, ob der MRT-Befund tatsächlich für eine relevante Instabilität spricht. Bei diagnostischer Unsicherheit und anstehender Therapieentscheidung kann eine zweite Meinung durch spezialisierte Radiologen wichtige Weichen stellen.
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Medizinisch geprüft von Dr. med. D. Schroth, Facharzt für Radiologie · Zuletzt aktualisiert am 27. August 2026
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