Synonyme: Outerbridge-Grad, Outerbridge-Klassifikation des Knorpelschadens, Outerbridge Grading
Die Outerbridge-Klassifikation ist eine bekannte Einteilung zur Beschreibung von Schäden am Gelenkknorpel. Sie wurde ursprünglich für die Beurteilung bei einer Gelenkspiegelung entwickelt. Angelehnte beziehungsweise modifizierte Gradierungen werden heute auch bei der Beschreibung von Knorpelschäden im MRT verwendet.
Vereinfacht nimmt die Schwere der Knorpelschädigung mit zunehmender Gradzahl zu. Je nach verwendeter beziehungsweise modifizierter Klassifikation können die genauen Definitionen etwas voneinander abweichen.
Nein. Die Klassifikation beschreibt zunächst die Knorpelschädigung an einer bestimmten Stelle. Ein kleiner vollschichtiger Defekt kann deshalb als hochgradig eingestuft werden, obwohl große Teile des Gelenks noch erhalten sind.
Eine fortgeschrittene Arthrose ist dagegen eine Erkrankung des gesamten Gelenks.
Für die tatsächliche Bedeutung eines Knorpelschadens müssen Radiologinnen und Radiologen zusätzlich beurteilen:
Deshalb sollte eine Angabe wie „Grad 3 bis 4“ nicht isoliert als Therapieempfehlung verstanden werden.
Das MRT kann den Gelenkknorpel sehr detailliert darstellen. Dennoch kann insbesondere bei oberflächlichen und mittelgradigen Knorpelschäden die exakte Einstufung schwieriger sein als bei ausgeprägten Defekten.
Außerdem unterscheiden sich die verwendeten Klassifikationssysteme. Eine genaue Beschreibung von Lage, Ausdehnung und Tiefe ist deshalb häufig aussagekräftiger als die Gradzahl allein.
Wenn Ihr MRT-Befund lediglich einen Knorpelschaden Grad 3 oder 4 nennt, ohne Größe, Lokalisation und Begleitbefunde einzuordnen, kann eine erneute fachradiologische Beurteilung sinnvoll sein.
Medizinisch geprüft von Dr. med. D. Schroth, Facharzt für Radiologie · Zuletzt aktualisiert am 23. August 2026
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