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Kontrastmittel bei MRT und CT: Muss ich mir Sorgen machen?

Viele Patientinnen und Patienten sind verunsichert, wenn bei CT oder MRT ein Kontrastmittel geplant ist. Wir erklären Nutzen, typische Nebenwirkungen und wann man darauf verzichten kann.

Kontrastmittel bei MRT und CT: Muss ich mir Sorgen machen?

Frau Müller ist 43 Jahre alt und hat seit einigen Wochen anhaltende Oberbauchbeschwerden. Ihre Hausärztin empfiehlt zur weiteren Abklärung eine CT-Untersuchung des Bauches mit Kontrastmittel. Als Frau Müller das liest, ist sie verunsichert: Braucht man das wirklich? Und ist das nicht belastend oder gefährlich?

Diese Fragen sind häufig. Viele Patientinnen und Patienten sind unsicher, wenn bei einer Untersuchung von „Kontrastmittel“ die Rede ist. In diesem Artikel erklären wir, warum Kontrastmittel eingesetzt werden, was dadurch besser erkennbar ist, welche Risiken realistisch sind und wann man darauf verzichten kann.

Warum bekomme ich ein Kontrastmittel?

Kontrastmittel werden eingesetzt, wenn bestimmte Strukturen oder Veränderungen ohne zusätzliche Hilfe nur schwer zu erkennen sind. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn es auf die Durchblutung eines Organs ankommt oder wenn sich krankhaft verändertes Gewebe im Bild kaum vom gesunden Gewebe unterscheidet.

Bei Frau Müller soll zum Beispiel geklärt werden, ob hinter den Beschwerden eine Entzündung, eine Durchblutungsstörung oder eine andere organische Ursache steckt. Mit Kontrastmittel lässt sich das oft sicherer beurteilen als ohne.

Ob ein Kontrastmittel sinnvoll ist, ist keine Routineentscheidung. Es hängt ab von der konkreten Fragestellung, der Methode (CT oder MRT), dem erwarteten Zusatznutzen und den individuellen Voraussetzungen der Patientin oder des Patienten.

Was lässt sich mit Kontrastmitteln besser erkennen?

Kontrastmittel werden in der Regel über eine Vene verabreicht und verteilen sich im Blutkreislauf. Dadurch werden gut durchblutete oder krankhaft veränderte Bereiche im Bild besser sichtbar. Typische Situationen, in denen Kontrastmittel besonders hilfreich sind, sind:

Gut zu wissen: In der CT werden überwiegend iodhaltige Kontrastmittel verwendet. In der MRT kommen meist gadoliniumhaltige Kontrastmittel zum Einsatz. Beide unterscheiden sich in ihren Eigenschaften und in den typischen Vorsichtsmaßnahmen.

Gibt es Risiken oder Nebenwirkungen?

Kontrastmittel sind gut untersuchte Medikamente und werden sehr häufig eingesetzt. Die allermeisten Menschen vertragen sie problemlos. Am häufigsten spüren Patientinnen und Patienten während der Injektion eines iodhaltigen CT-Kontrastmittels ein kurzzeitiges Wärmegefühl oder einen metallischen Geschmack. Gelegentlich kommt es zu leichter Übelkeit, Kopfschmerzen oder kurzem Schwindel. Diese Beschwerden klingen meist rasch wieder ab.

Allergieähnliche Reaktionen (zum Beispiel Hautausschlag oder Juckreiz) sind selten, können aber sowohl bei CT- als auch bei MRT-Kontrastmitteln auftreten. Schwere Reaktionen mit Atem- oder Kreislaufproblemen sind sehr selten. Radiologische Abteilungen sind auf solche Situationen vorbereitet und überwachen bei Bedarf engmaschiger. Bei bekannter Allergie, wird die Kontrastmittelgabe kritisch hinterfragt und - falls erforderlich - vor der Untersuchung ein antiallergisches Medikament verabreicht.

CT-Kontrastmittel und die Niere

Viele Patientinnen und Patienten sorgen sich im Zusammenhang mit einer Kontrastmittelgabe im CT um ihre Nieren. Nach heutigem Stand gilt: Bei Menschen ohne vorbestehende schwere Nierenerkrankung sind moderne iodhaltige CT-Kontrastmittel in der Regel nicht mit einem relevanten zusätzlichen Nierenrisiko verbunden.

Anders ist es bei einer hochgradigen Nierenfunktionsstörung oder wenn mehrere Risikofaktoren zusammenkommen (zum Beispiel akute schwere Erkrankung, ausgeprägter Flüssigkeitsmangel). Dann wird besonders sorgfältig geprüft, ob ein Kontrastmittel wirklich notwendig ist oder ob es Alternativen gibt. Diese Entscheidung erfolgt individuell und unter Berücksichtigung der gesamten klinischen Situation.

Jodhaltiges CT-Kontrastmittel und die Schilddrüse

CT-Kontrastmittel enthalten Jod. Bei Menschen mit einer gesunden Schilddrüse hat das in der Regel keine spürbaren Auswirkungen. Anders kann es sein, wenn bereits eine Schilddrüsenfunktionsstörung besteht, insbesondere eine Schilddrüsenüberfunktion.

In solchen Fällen kann die zusätzliche Jodzufuhr die Schilddrüse vorübergehend stärker anregen und bestehende Beschwerden verstärken. Deshalb ist es wichtig, eine bekannte Schilddrüsenerkrankung vor der Untersuchung anzusprechen.

Wenn eine Überfunktion bekannt ist oder vermutet wird, prüfen Ärztinnen und Ärzte sorgfältig, ob eine alternative Untersuchungsmethode infrage kommt oder ob das Kontrastmittel dennoch notwendig ist. Bei dringenden oder notfallmäßigen Untersuchungen kann und muss die Schilddrüse bei Bedarf medikamentös geschützt werden.

Gut zu wissen: Eine bekannte Schilddrüsenerkrankung ist kein generelles Ausschlusskriterium für CT-Kontrastmittel, sollte aber immer vor der Untersuchung erwähnt werden.

Gadolinium, moderne MRT-Kontrastmittel und NSF

MRT-Kontrastmittel sind in aller Regel gadoliniumhaltig. In der Vergangenheit wurde bei Patientinnen und Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung in sehr seltenen Fällen eine nephrogene systemische Fibrose (NSF) beschrieben. Diese Komplikation trat vor allem im Zusammenhang mit älteren, heute kaum noch verwendeten MRT-Kontrastmitteln auf.

Mit den heute üblichen modernen MRT-Kontrastmitteln, bei denen das Gadolinium deutlich stabiler in das Kontrastmittel eingebettet ist, spielt NSF in der Praxis praktisch keine Rolle mehr. Bei schwerer Nierenfunktionsstörung wird dennoch besonders sorgfältig abgewogen, ob Kontrastmittel nötig sind und welches Präparat eingesetzt wird.

Und was ist mit „Ablagerungen“ von Gadolinium?

Manchmal ist zu lesen, dass sich nach wiederholten MRT-Untersuchungen geringe Mengen Gadolinium im Körper nachweisen lassen. Nach aktuellem Wissensstand ist bei Menschen mit normaler Nierenfunktion kein nachgewiesener gesundheitlicher Schaden daraus abgeleitet. Wenn die Fragestellung auch ohne Kontrastmittel sicher beantwortet werden kann, wird dennoch häufig darauf verzichtet.

Gut zu wissen: Entscheidend ist die Abwägung. Kontrastmittel werden eingesetzt, wenn sie die diagnostische Sicherheit deutlich erhöhen.

Wann kann auf Kontrastmittel verzichtet werden?

Nicht jede CT- oder MRT-Untersuchung braucht Kontrastmittel. Oft kann darauf verzichtet werden, wenn die Fragestellung auch ohne zusätzliche Durchblutungs- oder Gefäßinformation sicher beantwortet werden kann. Häufige Beispiele sind:

Ob Kontrastmittel verzichtbar sind, hängt immer von der konkreten Fragestellung und Verdachtsdiagnose ab. Im Zweifel lohnt es sich nachzufragen, welchen Zusatznutzen das Kontrastmittel in Ihrem Fall hat.

Was sollte ich vor der Untersuchung beachten?

Allgemein sollten Sie zu einer radiologischen Untersuchung mit geplanter Kontrastmittelgabe aktuelle Nierenwerte mitbringen, im Falle einer CT-Untersuchung zusätzlich auch aktuelle Schilddrüsenwerte. In aller Regel sollten die Blutwerte hierbei nicht älter als 14 Tage sein.

Damit Ihre Untersuchung sicher geplant werden kann, sagen Sie bitte vorher offen, wenn einer der folgenden Punkte auf Sie zutrifft:

Tipp: Wenn Sie unsicher sind, fragen Sie ruhig nach dem konkreten Zusatznutzen oder was man ohne Kontrastmittel in Ihrem Fall schlechter beurteilen könnte.

Fazit

Kontrastmittel in CT und MRT sind in den allermeisten Fällen gut verträglich und werden gezielt eingesetzt, wenn sie die diagnostische Aussage deutlich verbessern. Nebenwirkungen sind überwiegend mild und selten. Entscheidend ist die individuelle Abwägung von Nutzen und Risiko.

Bei Frau Müller wurde die CT-Untersuchung mit Kontrastmittel problemlos durchgeführt. Abgesehen von einem kurzzeitigen Wärmegefühl während der Injektion traten keine Beschwerden auf. In den Bildern konnten Gallensteine als Ursache der Schmerzen bestätigt werden. Andere, ernstere Ursachen ließen sich sicher ausschließen. Für Frau Müller bedeutete das vor allem: Klarheit.

Medizinisch geprüft von Dr. med. D. Schroth, Facharzt für Radiologie · Zuletzt aktualisiert am 13. Februar 2026

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