Synonyme: Late Enhancement, Narbenbildgebung, Spätkontrastierung
Late Gadolinium Enhancement, auch LGE bezeichnet, beschreibt eine Technik in der Herz-MRT, bei der nach Kontrastmittelgabe Gewebeareale mit veränderter Kontrastmittelverteilung sichtbar werden. Typisch ist die Darstellung von Narben oder Fibrose.
LGE wird eingesetzt, wenn Gewebecharakterisierung klinisch relevant ist, zum Beispiel bei Verdacht auf Myokarditis, nach Myokardinfarkt oder bei verschiedenen Formen von Kardiomyopathien.
Radiologisch sind Muster und Lokalisation entscheidend. Subendokardiale Muster passen häufiger zu ischämischen Ursachen, während subepikardiale oder midwall Muster eher zu entzündlichen oder nicht-ischämischen Ursachen passen können. Wichtig ist, dass die Aussage immer von Protokollqualität und Artefaktarmut abhängt.
LGE kann prognostisch relevant sein, ist aber nicht in jeder Konstellation gleich zu interpretieren. Entscheidend ist die Kombination aus Klinik, Funktion (z.B. Ejektionsfraktion) und weiteren MRT-Parametern. Eine präzise Befundformulierung sollte benennen, wie sicher das Muster ist und welche Differenzialdiagnosen realistisch sind.
LGE-Muster können wichtige Hinweise auf Narben oder entzündliche Veränderungen geben, sind aber artefaktanfällig und protokollabhängig. Lassen Sie Ihre Herz-MRT unabhängig prüfen, um Muster und Bedeutung verlässlich einzuordnen.
Medizinisch geprüft von Dr. med. D. Schroth, Facharzt für Radiologie · Zuletzt aktualisiert am 9. Februar 2026