Synonyme: Herd, Läsion, Knoten (bildgebend)
Ein Herdbefund ist ein bildgebender Begriff für eine umschriebene Auffälligkeit in einem Organ oder Gewebe. Wichtig ist: Ein Herdbefund ist zunächst eine Beschreibung und keine Diagnose. Er kann gutartig sein (z.B. in der weiblichen Brust eine Zyste oder ein Fibroadenom) oder abklärungsbedürftig.
In Mammographie, Ultraschall oder Mamma-MRT wird ein Herd beschrieben, wenn sich eine Struktur vom umliegenden Gewebe abgrenzt. Je nach Modalität sieht ein Herd unterschiedlich aus. Entscheidend für die Bewertung ist unter anderem die Korrelation zwischen den Verfahren und der Vergleich mit Voraufnahmen.
Typische Kriterien sind Form, Begrenzung, Dichte bzw. Signal, Begleitzeichen (z.B. Verzerrung, Kalk) und im MRT zusätzlich Kontrastmittelverhalten sowie Diffusionsstörung. Aus diesen Merkmalen ergibt sich die Einschätzung nach BI-RADS und die Empfehlung (Kontrolle, Zusatzdiagnostik, Biopsie).
Viele Herdbefunde sind gutartig. Relevant ist, ob die Bildmerkmale eindeutig sind oder ob Widersprüche bestehen. Gerade bei kleinen oder grenzwertigen Befunden kann eine saubere Einordnung unnötige Kontrollen oder Eingriffe vermeiden.
Bei einem Herdbefund hängt die Empfehlung oft an Details der Morphologie und der Übereinstimmung zwischen Mammographie, Tomosynthese, Ultraschall und MRT. Eine strukturierte Zweitmeinung kann helfen, die BI-RADS-Einstufung nachvollziehbar zu begründen und den nächsten Schritt klar zu priorisieren.
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Medizinisch geprüft von Dr. med. D. Schroth, Facharzt für Radiologie · Zuletzt aktualisiert am 9. Februar 2026