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Wenn Bewegung schmerzt: Übersehene Reizsyndrome im Knie

Friktions- und Impingementsyndrome als häufige, aber oft verkannte Ursache von Knieschmerzen.

Wenn Bewegung schmerzt: Häufig übersehene Friktions- und Impingementsyndrome im Knie

Sie starten motiviert in eine Joggingrunde, aber nach einigen Kilometern meldet sich ein stechender Schmerz an der Außenseite des Knies. Oder Sie spüren beim Treppensteigen einen unangenehmen Druck direkt hinter der Kniescheibe. Vielleicht hatten Sie bereits ein Röntgenbild oder sogar ein MRT. Der Befund klingt technisch, scheint auf den ersten Blick oft unauffällig, aber die Sorgen bleiben.

Nicht selten steckt hinter solchen Beschwerden ein sogenanntes Friktions- oder Impingementsyndrom. Vereinfacht gesagt entsteht dabei im Knie an bestimmten Stellen eine mechanische Reizung, ohne dass etwas gerissen oder gebrochen ist. In diesem Artikel erklären wir, welche Symptome typisch sind, wie die Diagnose gestellt wird, welche Rolle die Bildgebung spielt und welche Behandlungsmöglichkeiten sinnvoll sind.

Typische Symptome: Wenn Bewegung Beschwerden auslöst

Friktions- und Impingementsyndrome gehören zu den häufig übersehenen Ursachen von Knieschmerzen. Gemeinsam ist ihnen, dass Beschwerden vor allem bei Bewegung auftreten und sich oft schleichend entwickeln.

Ärztlich unterscheidet man mehrere Formen, die sich vor allem durch die Lage der Schmerzen bemerkbar machen:

Typisch ist, dass die Schmerzen im Alltag einschränken, etwa beim Treppensteigen, längeren Sitzen oder sportlicher Belastung. In Ruhe lassen sie häufig nach.

Gut zu wissen: Bei diesen Syndromen ist das Gewebe meist nicht dauerhaft geschädigt. Es reagiert auf wiederholte mechanische Belastung mit einer schmerzhaften Reizung.

Diagnose und Bildgebung: Warum das MRT so wichtig ist

Am Anfang steht immer das ärztliche Gespräch und die körperliche Untersuchung. Dabei wird geprüft, wo genau der Schmerz sitzt und bei welchen Bewegungen er ausgelöst wird. Das allein reicht jedoch oft nicht aus, um die Ursache sicher einzugrenzen.

Die Magnetresonanztomographie (MRT) spielt deshalb eine zentrale Rolle. Während ein Röntgenbild vor allem Knochen darstellt, zeigt das MRT Sehnen, Bänder und Weichgewebe sehr detailliert. Genau dort liegen bei Friktions- und Impingementsyndromen die entscheidenden Veränderungen.

Im MRT erkennt man Zeichen einer Reizung, zum Beispiel eine vermehrte Flüssigkeit oder eine Veränderung des Fettgewebes. Für Radiologinnen und Radiologen ist das ein klarer Hinweis darauf, wo im Knie zu viel Druck oder Reibung entsteht.

Ein unauffälliges Röntgen schließt diese Ursachen nicht aus. Erst das MRT kann erklären, warum Beschwerden bestehen, obwohl „nichts kaputt“ erscheint.

Behandlung und Therapie: Schritt für Schritt zurück in den Alltag

Die gute Nachricht ist: Die meisten Friktions- und Impingementsyndrome lassen sich ohne Operation gut behandeln. Wichtig ist ein strukturiertes Vorgehen und etwas Geduld.

  1. Anpassung der Belastung:
    Auslösende Aktivitäten sollten vorübergehend reduziert werden. Das bedeutet nicht vollständige Schonung, sondern Bewegung unterhalb der Schmerzgrenze.
  2. Physiotherapie:
    Sie ist der wichtigste Baustein der Behandlung. Ziel ist es, Bewegungsabläufe zu verbessern und muskuläre Ungleichgewichte auszugleichen, die das Knie zusätzlich belasten.
  3. Entzündungshemmung:
    Kühlung sowie entzündungshemmende Medikamente oder Salben können in der akuten Phase helfen, die Reizung zu beruhigen.
  4. Gezielte Injektionen:
    In hartnäckigen Fällen können bildgesteuerte Injektionen erwogen werden, um den Entzündungsreiz direkt am betroffenen Gewebe zu lindern.

Operative Eingriffe sind selten notwendig und bleiben Ausnahmefällen vorbehalten, wenn konservative Maßnahmen über längere Zeit keine ausreichende Besserung bringen.

Fazit

Friktions- und Impingementsyndrome am Knie sind eine häufige Ursache für belastungsabhängige Knieschmerzen, die in der Bildgebung lange unentdeckt bleiben können. Das MRT schafft hier Klarheit und hilft, die Beschwerden verständlich einzuordnen. Für Patientinnen und Patienten bedeutet das vor allem Sicherheit und eine realistische Perspektive. Mit gezielter Therapie, angepasster Belastung und Geduld ist die Prognose in den meisten Fällen sehr gut. Moderne Diagnostik ermöglicht es, den richtigen Weg zurück in einen schmerzärmeren Alltag zu finden.

Medizinisch geprüft von Dr. med. D. Schroth, Facharzt für Radiologie · Zuletzt aktualisiert am 9. Januar 2026

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