Synonyme: FNH, focal nodular hyperplasia
Die fokale noduläre Hyperplasie (kurz FNH) ist eine gutartige Raumforderung der Leber. Sie gehört zu den häufigeren benignen Lebertumoren und wird heute meist radiologisch diagnostiziert, ohne dass eine Gewebeentnahme notwendig ist.
Eine FNH entsteht durch eine lokale Durchblutungsbesonderheit. Vermutlich führt eine arteriovenöse Fehlbildung zu einem regional verstärkten Blutfluss, auf den das Lebergewebe mit einer Hyperplasie reagiert. Die Läsion besteht aus normalem Lebergewebe mit Gefäß- und Gallengangsanteilen um eine zentrale Narbe herum.
Die FNH wird häufiger bei Frauen gefunden, typischerweise im mittleren Lebensalter. Meist bleibt die Veränderung klein und verursacht keine Beschwerden. Größere Läsionen können ein Druckgefühl im rechten Oberbauch auslösen, Schmerzen sind selten.
Die Diagnose erfolgt in der Regel ohne invasive Maßnahmen. Wichtige bildgebende Verfahren sind Ultraschall, Kontrastmittelverstärkter Ultraschall (CEUS), Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT). Der Befund zeigt typischerweise:
Radiologisch müssen andere Leberläsionen ausgeschlossen werden. Dazu zählen unter anderem das Leberadenom, bösartige Tumoren wie das hepatozelluläre Karzinom und stark durchblutete Metastasen.
Bei der FNH handelt es sich um eine gutartige Veränderung und nicht um eine Krebsvorstufe. In den meisten Fällen ist keine Therapie erforderlich, wenn die Diagnose sicher gestellt ist. Eine regelmäßige radiologische Verlaufskontrolle kann bei unklaren Befunden sinnvoll sein. Operative Eingriffe werden nur bei Beschwerden oder diagnostischen Unsicherheiten erwogen.
Eine FNH ist in der Regel harmlos. Entscheidend ist jedoch, dass die Diagnose bildgebend sicher gestellt wird. Eine spezialisierte Zweitmeinung kann helfen, unnötige Kontrollen oder invasive Maßnahmen zu vermeiden.
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Medizinisch geprüft von Dr. med. D. Schroth, Facharzt für Radiologie · Zuletzt aktualisiert am 8. Februar 2026