Synonyme: Adrenales Adenom, Adenom der Nebennierenrinde, adrenal adenoma
Nebennierenadenome sind gutartige Raumforderungen der Nebenniere und werden häufig als Zufallsbefund in CT oder MRT entdeckt. Für Betroffene ist vor allem wichtig: Ein Adenom ist in der Regel harmlos, aber es muss zuverlässig geklärt werden, ob es hormonaktiv ist und ob es sich wirklich um ein Adenom handelt.
Die Nebenniere wird oft “mit abgebildet”, z.B. bei CT/MRT des Abdomens, der Wirbelsäule oder im Rahmen onkologischer Untersuchungen. Dadurch fallen Nebennierenknoten häufig inzidentell auf. Die Aufgabe der Bildgebung ist dann, typische Gutartigkeitszeichen zu erkennen oder bei unklaren Befunden gezielt weiter zu differenzieren.
Radiologen beurteilen vor allem Größe, Form, Homogenität und spezifische Gewebemerkmale. Viele Adenome enthalten intrazelluläres Lipid (lipidreiche Adenome), das sich in der Bildgebung nutzen lässt und sowohl im CT ohne Kontrastmittelgabe als auch im MRT eine sichere Zuordnung erlaubt. Wenn sich die Einordnung schwieriger gestaltet, können mittels eines spezielles CT-Untersuchungsprotokoll mit Kontrastmittelgabe lipidarme Adenome von anderen Nebennierenraumforderungen abgegrenzt werden.
Die Abgrenzung gegenüber anderen Nebennierenraumforderungen oder Metastasen ist entscheidend, insbesondere wenn die Läsion keine klassischen Zeichen zeigt oder wenn eine Tumorerkrankung bekannt ist.
Viele Nebennierenadenome sind hormoninaktiv und verursachen keine Beschwerden. Ein Teil ist jedoch hormonaktiv und kann (teils auch unauffällig) Hormone produzieren, z.B.: Cortisol, Aldosteron oder (selten) Androgene
Die Bildgebung kann die Hormonaktivität nicht sicher beweisen oder ausschließen, sie liefert aber wichtige Hinweise (z.B. Größe, Morphologie, Begleitzeichen). Daher wird die radiologische Einordnung häufig mit einer endokrinologischen Abklärung kombiniert.
Nicht jede Nebennierenläsion ist ein Adenom. Abhängig von Bildmerkmalen und klinischem Kontext kommen u.a. infrage:
Bei eindeutig gutartigen Bildkriterien und fehlenden Hinweisen auf Hormonaktivität ist oft keine invasive Diagnostik nötig. Bei unklaren oder atypischen Läsionen (z.B. lipidarm, inhomogen, größenzunehmend) steht die sichere Abgrenzung zu Metastasen oder seltenen malignen Tumoren im Vordergrund. Genau hier ist radiologische Spezialisierung relevant: Kleine Unterschiede in Dichte, Signalverhalten oder Kontrastmittelkinetik verändern die Einordnung und damit die nächsten Schritte.
Medizinisch geprüft von Dr. med. D. Schroth, Facharzt für Radiologie · Zuletzt aktualisiert am 17. Januar 2026