Phäochromozytom


Synonyme: Katecholamin-produzierender Tumor, Tumor des Nebennierenmarks


Phäochromozytome sind seltene Tumoren der Nebenniere, die aus dem Nebennierenmark entstehen. Sie produzieren Stresshormone wie Adrenalin und Noradrenalin und können dadurch teils ausgeprägte Beschwerden verursachen. In den meisten Fällen sind sie gutartig, ihre Auswirkungen können jedoch erheblich sein.

Warum ist ein Phäochromozytom klinisch relevant?

Ein Phäochromozytom ist eine klassische, wenn auch seltene Ursache für sekundären Bluthochdruck. Typisch sind anfallsartige Symptome wie:

Die Beschwerden können schubweise auftreten und zwischen den Anfällen völlig fehlen. In einzelnen Fällen kann es zu schweren Komplikationen wie Herzproblemen oder neurologischen Ereignissen kommen.

Wie häufig ist ein Phäochromozytom?

Phäochromozytome sind selten. Nur ein sehr kleiner Anteil von Menschen mit Bluthochdruck hat tatsächlich ein Phäochromozytom als Ursache. Die meisten Tumoren werden im Erwachsenenalter entdeckt, gelegentlich auch als Zufallsbefund in der Bildgebung.

Wo entstehen Phäochromozytome?

In etwa 90 % der Fälle entstehen sie in der Nebenniere. Seltener kommen sie außerhalb der Nebenniere vor, entlang bestimmter Nervenbahnen im Bauchraum oder Brustkorb. Diese sogenannten extraadrenalen Tumoren sind häufiger mit einem aggressiveren Verlauf assoziiert.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Der erste Schritt ist meist eine hormonelle Untersuchung, bei der Abbauprodukte der Stresshormone (Metanephrine) im Blut oder Urin bestimmt werden. Ist dieser Test auffällig, folgt die Bildgebung, um den Tumor zu lokalisieren.

Welche Rolle spielt die Bildgebung?

CT und insbesondere MRT liefern wichtige Hinweise auf ein Phäochromozytom. Die Tumoren sind oft größer, inhomogen aufgebaut und zeigen eine kräftige Kontrastmittelaufnahme. Dennoch gilt:

Anhand der Bildgebung allein lässt sich nicht sicher unterscheiden, ob ein Phäochromozytom gut- oder bösartig ist. Diese Einschätzung gelingt erst, wenn es Hinweise auf ein invasives Wachstum oder Metastasen gibt.

Gerade die Abgrenzung zu anderen Nebennierenläsionen wie Nebennierenadenomen oder Metastasen kann anspruchsvoll sein und erfordert radiologische Erfahrung, da sich einzelne Bildmerkmale überschneiden können.

Gutartig oder bösartig?

Die meisten Phäochromozytome sind gutartig. Ein kleiner Teil kann jedoch Metastasen bilden, insbesondere in Lunge, Leber oder Knochen.

Behandlung und Prognose

Die Therapie besteht in der Regel in der operativen Entfernung. Vor der Operation ist eine gezielte medikamentöse Vorbereitung notwendig, um gefährliche Blutdruckkrisen während des Eingriffs zu vermeiden.

Wird der Tumor vollständig entfernt und liegen keine Metastasen vor, ist die Prognose in der Regel gut, und der Bluthochdruck normalisiert sich häufig.

Insgesamt zeigt sich: Das Phäochromozytom ist selten, aber klinisch bedeutsam. Eine sorgfältige radiologische Einordnung im Zusammenspiel mit der Hormon­diagnostik ist entscheidend, um die Diagnose sicher zu stellen und eine gezielte Behandlung zu ermöglichen.

Medizinisch geprüft von Dr. med. D. Schroth, Facharzt für Radiologie · Zuletzt aktualisiert am 17. Januar 2026

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