Synonyme: adrenales Inzidentalom, Nebennieren-Inzidentalom, Zufallsbefund der Nebenniere, Incidentaloma
Inzidentalom bezeichnet im radiologischen Kontext in erster Linie eine zufällig entdeckte Raumforderung der Nebenniere. Der Befund wird meist in CT- oder MRT-Untersuchungen erhoben, die aus einem anderen Grund durchgeführt wurden. Der Begriff beschreibt zunächst nur die Art der Entdeckung, nicht die biologische Bedeutung der Läsion.
Nebennieren-Inzidentalome sind häufig, insbesondere mit zunehmendem Lebensalter. Die zentrale Frage lautet dabei immer: Handelt es sich um eine gutartige Veränderung oder besteht eine hormonelle oder onkologische Relevanz?
Die Mehrzahl dieser Läsionen ist gutartig, dennoch erfordert jeder Befund eine strukturierte Einordnung, da sich hinter einem Inzidentalom unterschiedliche Ursachen verbergen können.
Bei einem Nebennieren-Inzidentalom stehen zwei Punkte im Vordergrund:
Die Bildgebung liefert hierfür entscheidende Hinweise, etwa über Dichte, Signalverhalten und Kontrastmittelaufnahme. Gerade bei atypischen oder grenzwertigen Befunden ist Erfahrung notwendig, um die Befunde korrekt zu gewichten.
Zu den wichtigsten Differentialdiagnosen zählen:
Das Nebennierenadenom ist dabei die häufigste Ursache eines Nebennieren-Inzidentaloms. Die sichere Abgrenzung gegenüber anderen Läsionen gelingt oft anhand typischer Bildkriterien, kann in einzelnen Fällen jedoch anspruchsvoll sein.
Seltener wird der Begriff auch für inzidentell entdeckte Raumforderungen der Hypophyse verwendet. In diesen Fällen spricht man meist explizit von einem Hypophysen-Inzidentalom. Für andere Organe haben sich präzisere Bezeichnungen etabliert, weshalb der Begriff dort weniger gebräuchlich ist.
Zusammengefasst lässt sich sagen: Der Begriff Inzidentalom bezieht sich in aller Regel auf die Nebenniere und beschreibt eine als Zufallsbefund in CT oder MRT festgestellte Raumforderung, die einer weiteren Charakterisierung bedarf. Meist handelt es sich um einen harmlosen Befund, dennoch ist eine sorgfältige radiologische und klinische Einordnung erforderlich, um eine zugrunde liegende bösartige Ursache sicher auszuschließen.
Medizinisch geprüft von Dr. med. D. Schroth, Facharzt für Radiologie · Zuletzt aktualisiert am 17. Januar 2026