Synonyme: Harnstau, Nierenstau, Wassersackniere
Eine Hydronephrose bezeichnet die krankhafte Erweiterung des Nierenbeckens und der Nierenkelche. Sie entsteht, wenn der Urin nicht ungehindert aus der Niere abfließen kann und sich zurückstaut. Bleibt dieser Zustand länger bestehen, kann das Nierengewebe durch den erhöhten Druck geschädigt werden.
Der Begriff beschreibt zunächst einen bildgebenden Befund, also das Ergebnis einer Untersuchung wie Ultraschall oder CT, und keine eigenständige Erkrankung. Entscheidend ist daher immer die Ursache des Harnstaus.
Eine Hydronephrose entsteht durch eine Abflussbehinderung des Urins im Bereich der ableitenden Harnwege. Diese kann angeboren oder im Laufe des Lebens erworben sein.
Eine Hydronephrose kann zunächst ohne Beschwerden verlaufen und zufällig entdeckt werden. Bei stärkerem oder plötzlichem Harnstau können Flankenschmerzen, Übelkeit oder Veränderungen der Urinmenge auftreten.
Besteht der Harnstau über längere Zeit, kann es zu einer Schädigung des Nierengewebes kommen. In schweren Fällen droht eine Nierenfunktionsstörung, da die Niere ihre Filteraufgabe nicht mehr ausreichend erfüllen kann.
Die Bildgebung ist zentral für die Diagnose einer Hydronephrose. Sie zeigt, wie stark der Harnstau ausgeprägt ist und hilft, die Ursache zu identifizieren.
Der Ultraschall ist meist die erste Untersuchung. Er ist schmerzfrei, ohne Strahlenbelastung und schnell verfügbar. Typisch ist eine flüssigkeitsgefüllte Erweiterung des Nierenbeckens und der Kelche. Zusätzlich kann beurteilt werden, ob das eigentliche Nierengewebe bereits verdünnt ist.
Die Computertomografie liefert detaillierte Querschnittsbilder des Körpers. Sie eignet sich besonders gut, um Harnsteine, Tumoren oder andere Ursachen des Harnstaus sicher zu erkennen. Häufig wird ein Kontrastmittel eingesetzt, das über die Niere ausgeschieden wird und den Harnabfluss sichtbar macht.
Die Magnetresonanztomografie arbeitet ohne Röntgenstrahlung. Sie kommt vor allem dann zum Einsatz, wenn eine CT vermieden werden soll, etwa bei Schwangerschaft oder eingeschränkter Nierenfunktion. Mit speziellen Techniken lassen sich die Harnwege und mögliche Engstellen sehr genau darstellen.
Je nach Ausprägung lässt sich eine Hydronephrose in verschiedene Schweregrade einteilen:
Die Hydronephrose ist ein wichtiger bildgebender Hinweis auf eine Störung des Urinabflusses. Moderne Bildgebung ermöglicht eine zuverlässige Diagnose, die Einschätzung der Schwere und häufig auch die Klärung der Ursache. Eine frühzeitige Abklärung ist entscheidend, um bleibende Nierenschäden zu vermeiden.
Ein Harnstau kann viele Ursachen haben und unterschiedlich dringlich sein. Eine präzise radiologische Einordnung ist entscheidend, um den Handlungsbedarf korrekt einzuschätzen.
Medizinisch geprüft von Dr. med. D. Schroth, Facharzt für Radiologie · Zuletzt aktualisiert am 8. Februar 2026